- 3 cl Gin
- 3 cl Campari
- 3 cl roter Wermut (z.B. Carpano Antica)
Klassiker, Technik und Tonalität.
Über 50 IBA-Klassiker und Modern Drinks — mit Rezept, Technik, Glas, Eis und Garnitur. Plus die Tools, die hinter der Bar wirklich zählen.
Ein Cocktail-Buch ist nur dann was wert, wenn man am Tresen darin nicht blättern muss. Hier steht das, was du wirklich brauchst — Rezept knapp, Technik klar, Glas und Eis benannt, Tipp am Ende. Kein Mixology-Roman.
Die Auswahl folgt der IBA-Liste (International Bartenders Association), gegliedert in „Unforgettables" (Old Standards), „Contemporary Classics" und „New Era Drinks". Dazu Modern Classics, die in den letzten 15 Jahren in jeder ernstzunehmenden Bar gelandet sind — Penicillin, Espresso Martini, Naked & Famous. Maße sind metrisch (cl), weil das in der EU Standard ist; US-Recipes gibt es als Fußnote, wenn der historische Wert zählt.
Wer Inhaberin eines Ladens ist: Kapitel 12 erklärt den Pricing-Faktor (4 – 5×), Kapitel 13 hilft bei der saisonalen Karte, Kapitel 14 zeigt die Zero-Proof-Variante zu jedem Klassiker — wachsendes Segment, ähnliche Marge.
Inhalt
15 Kapitel · vier Grundlagen, sieben Familien, vier Praxis-Themen.
00EinleitungWas hier drinsteht und warum 01TechnikenShake · Stir · Build · Muddle · Blend · Layer 02Glas-Lexikon10 Gläser, die du brauchst 03Eis-KundeWürfel · Sphere · Crushed · Block · Pebble 04Bitters & GarniturenAngostura, Peychaud's, Orange — und Zesten richtig 05Aperitif & BitterNegroni · Boulevardier · Americano · Spritz · Bicicletta 06Sour-FamilyWhiskey Sour · Daiquiri · Margarita · Sidecar · Aviation · White Lady · Pisco Sour 07Spirit-ForwardOld Fashioned · Manhattan · Martini · Sazerac · Vesper · Vieux Carré 08Highball & LongGin Tonic · Mojito · Moscow Mule · Cuba Libre · Mint Julep · Paloma · Dark'n'Stormy 09Tropical & TikiPiña Colada · Mai-Tai · Singapore Sling · Hemingway Daiquiri · Zombie 10Bubbly & ChampagnerFrench 75 · Bellini · Mimosa · Kir Royale · Champagne Cocktail 11Modern ClassicsEspresso Martini · Penicillin · Bramble · Tommy's Margarita · Naked & Famous · Bee's Knees 12Pricing & KalkulationFaktor 4-5× · Schwund · Pour-Test 13Saisonal-EmpfehlungFrühling · Sommer · Herbst · Winter 14Zero-Proof-VariantenWachsendes Segment, ähnliche Marge 15Hausregeln§ 9 JuSchG · TSE · Sperrzeit · 99 dB(A)Einleitung — wofür dieses Buch da ist.
Vier Sätze. Mehr braucht es nicht, um die Linie zu ziehen.
Erstens: Ein Cocktail muss balanciert sein. Das heißt Saure, Süße, Bittere, Alkohol — vier Achsen, jede in der richtigen Dosis. Wer im Verhältnis 60/30/10 (Spirit/Sour/Sweet) bleibt, hat 80 % der Klassiker im Griff.
Zweitens: Der Eis-Kontakt entscheidet mehr als das Rezept. Ein perfekt gerührter Negroni bei 7-8 °C und 22 % Verdünnung schmeckt anders als der gleiche bei 14 °C und 10 %. Wer Eis ignoriert, kocht ohne Hitze.
Drittens: Die Garnitur ist Teil des Drinks, nicht Dekoration. Die Orangenzeste auf dem Old Fashioned ist ein Aroma-Hebel — gepresst, nicht hingelegt.
Viertens: Wer mit dem 16-Jährigen am Tresen diskutiert, hat schon verloren. § 9 JuSchG ist kein Vorschlag. Kapitel 15 erklärt die Hausregeln, die hinter jeder seriösen Bar hängen sollten.
Lieber drei Klassiker perfekt als 30 mittelmäßig. Eine Bar gewinnt am Wiederkommen, nicht am Karten-Umfang.
Techniken — sechs Bewegungen, die alles abdecken.
Shake, stir, build, muddle, blend, layer. Mehr braucht keine Bar.
| Technik | Wann | Werkzeug | Ziel |
|---|---|---|---|
| Shake | wenn Saft, Sahne, Ei oder Sirup im Drink ist (Sour, Daiquiri, Margarita) | Boston-Shaker oder Cobbler; 12-15 Sekunden harter Shake | kühlen + emulsifizieren + verdünnen |
| Stir | wenn der Drink klar bleiben soll und nur Spirituosen + Vermouth/Bitter (Martini, Manhattan, Old Fashioned, Negroni) | Rührglas mit Bar-Löffel, gegen die Wand drehen; 25-35 Umdrehungen | kühlen + minimal verdünnen, klar bleibt klar |
| Build | Highball und Long Drinks direkt im Servierglas (Gin Tonic, Moscow Mule, Cuba Libre) | Drink-Glas, Bar-Löffel zum Rühren am Schluss | schnell, frisch, mit Carbonation-Schutz |
| Muddle | Frische Kräuter, Früchte, Zucker (Mojito, Mint Julep, Caipirinha, Old Fashioned-Variante) | Muddler (Holz, glatt — nicht Zackig — sonst zerschneidet das Blatt) | Aromen aus Zellen lösen, ohne Bitterstoffe zu pressen |
| Blend | Frozen Drinks mit Crushed Ice (Piña Colada, Frozen Daiquiri) | Standmixer mit eisfähiger Klinge | cremige Textur, niedrige Temperatur |
| Layer | Pousse-Café-Variante (B-52) | Bar-Löffel-Rücken als „Bremse" beim Eingießen | Schichten nach Dichte (süß=schwer, alkoholisch=leicht) |
PraxisShake-Härte und -Dauer
Ein „harter Shake" ist 12-15 Sekunden mit der Schulter, nicht aus dem Handgelenk. Wenn der Shaker sichtbar Reif zeigt, ist der Drink fertig — Eiswürfel müssen klingen, nicht plätschern. Mehr als 18 Sekunden = überverdünnt.
PraxisStir-Effizienz
Ziel ist eine kontrollierte Verdünnung von 22-26 % (für Martini-Style) oder 28-32 % (Old Fashioned). Großer Eiswürfel im Rührglas, 30 Umdrehungen, dann probieren — Bar-Löffel raus, mit dem Stiel ans Glas tippen: klares „Ping" = Eis hat noch Substanz, dumpf = überverdünnt.
Niemals Gin Martini shaken („Bond hat dazu beigetragen, dass Generationen schlechte Martinis trinken"). Shaken oxidiert den Gin und macht ihn flach. Vodka-Martini geht — Gin niemals.
Glas-Lexikon — zehn Gläser, mit denen du klar kommst.
Eine kleine Bar braucht nicht 25 Glas-Typen. Diese zehn decken 95 % der Klassiker ab.
| Glas | Volumen | Für | Detail |
|---|---|---|---|
| Old Fashioned (Rocks) | 22-30 cl | Old Fashioned, Negroni on the Rocks, Whiskey Neat | Tumbler mit dickem Boden, robust, hält großen Würfel |
| Highball | 30-40 cl | Gin Tonic, Cuba Libre, Tom Collins, Moscow Mule | schlank, hoch, fasst genug Eis + Filler |
| Coupe | 14-22 cl | Daiquiri, Sidecar, Aviation, White Lady, French 75 | klassische Schale mit breiter Mündung; aromaschonend |
| Martini-Glas (Cocktail) | 15-20 cl | Dry Martini, Manhattan, Cosmopolitan, Espresso Martini | spitz zulaufend, Stiel hält Wärme der Hand fern |
| Nick & Nora | 14-18 cl | Manhattan-Style-Cocktails, „spillproof"-Klassiker | tulpenförmig, Stil eleganter als klassisches Martini-Glas |
| Flöte (Champagner) | 15-20 cl | Bellini, French 75, Mimosa, Kir Royale | schmal hoch, Kohlensäure bleibt länger |
| Sour-Glas | 14-18 cl | Whiskey Sour, Brandy Sour, Boston Sour | tulpenförmig, oft mit Stiel |
| Mug (Moscow Mule) | 30-40 cl | Moscow Mule, Mint Julep | Kupfer-Mug für Mule, Silber/Zinn für Mint Julep — beide kühlen extrem |
| Hurricane / Tiki | 40-50 cl | Piña Colada, Mai-Tai, Singapore Sling, Zombie | große, geschwungene Form; Tiki-Becher als Stilmittel |
| Wein-Glas | 30-50 cl | Spritz, Aperol Spritz, Wein-Cocktails | klassischer Burgunder-Becher mit Bauch |
PraxisGlas vorkühlen
Für gerührte Klassiker (Martini, Manhattan, Negroni up) das Glas vorkühlen — entweder im Tiefkühler 15 Min, oder mit Crushed Ice + Wasser im Glas, während du den Drink mixt; vor dem Eingießen ausschütten.
Eis-Kunde — was die meisten unterschätzen.
Eis ist Zutat, nicht Beilage. Großer Würfel kühlt langsamer und verdünnt weniger.
| Eis-Typ | Wann | Effekt |
|---|---|---|
| Großer Würfel (5×5 cm) | Old Fashioned, Negroni on the Rocks, Sazerac on the Rocks | kühlt langsam, verdünnt minimal — Drink bleibt 30+ Min trinkbar |
| Ice-Sphere | edler Whiskey on the Rocks, Showpiece-Drinks | noch weniger Oberfläche als Würfel; Wow-Effekt; teuer in der Herstellung |
| Standardwürfel (2-3 cm) | Shake-Cocktails, Highballs, Stir-Glas | schneller Kühlung-Effekt, korrekte Verdünnung beim Shaken |
| Crushed Ice | Mint Julep, Mojito-Top, Caipirinha, Frozen Daiquiri | maximale Oberfläche → schnell extrem kalt + stark verdünnt |
| Pebble / Nugget | Tiki-Drinks, moderne Highballs (Mexican Mule) | weicher als Crushed, hält länger; in DE selten |
| Block Ice | Punsch-Bowle, Großveranstaltungen | 1 kg+ Block hält stundenlang; vor Ort grobbrechen für Gläser |
Eis ist Lebensmittel. Eis-Maker monatlich entkalken + reinigen (Hersteller-Anleitung), Schaufel nicht im Eis lagern, keine Hand-Tower-Eis. § 43 IfSG belehrte Mitarbeitende sind die Mindestanforderung — bei Audit prüfen die das.
Bitters & Garnituren — die zwei Hebel mit größtem Effekt-Verhältnis.
Bitters geben Tiefe, Zesten geben den ersten Aroma-Eindruck. Beides oft unterschätzt.
BittersDie drei, die du brauchst
- Angostura Aromatic Bitters — Trinidad, seit 1824. Gewürz-/Nelken-Profil. Drei Tropfen im Old Fashioned, ein Strich im Manhattan, Pisco Sour-Topping.
- Peychaud's Bitters — New Orleans, Anis-/Kirsch-Profil. Pflicht im Sazerac. Subtiler als Angostura.
- Orange Bitters — viele Marken (Regan's, Fee Brothers). Dry Martini, Manhattan-Variante. Frische obendrauf ohne Frucht-Süße.
GarniturenZesten richtig
Eine Orangenzeste auf dem Old Fashioned ist nicht Dekoration. Sie wird über dem Drink gedreht (Schale zum Drink, Ölseite raus), damit das Zitrus-Öl in einer feinen Wolke aufs Eis spritzt. Erst dann auf den Rand legen oder ins Glas geben. Wer die Zeste flach hinlegt, hat ihren Sinn nicht verstanden.
GarniturenKlassische Garnitur-Paarungen
| Cocktail | Garnitur | Warum |
|---|---|---|
| Old Fashioned | Orangenzeste (gedreht) + Cocktailkirsche optional | Zitrus-Öl bricht die Süße der Bourbon-Zucker-Basis |
| Negroni | Orangenzeste (gedreht) | Campari-Bittere braucht Zitrus-Schärfe |
| Martini | Olive ODER Zitronenzeste — niemals beides | Olive = klassisch salzig; Zitrone = trockener Twist |
| Manhattan | Maraschino-Kirsche (gute Qualität, keine Cocktail-Bar-Industrie-Kirsche) | Süße der Kirsche verlängert den Bourbon-Vermouth-Klang |
| Daiquiri | Limettenscheibe (klein, dünn) | Erinnert an die Hauptzutat, ohne Drink zu verändern |
| Mojito | frischer Minz-Bouquet (geklatscht) | Klatschen aktiviert das Mentol — nicht zerreiben |
| Aviation | Maraschino-Kirsche | passt zum Maraschino-Liqueur in der Rezeptur |
| Bloody Mary | Sellerie-Stange + Olive + Zitronenscheibe | Garnitur ist hier fast Beilage — wer will, dazu Pickle & Bacon |
Aperitif & Bitter — die italienische Schule.
Bittere Drinks öffnen den Magen vor dem Essen. Negroni, Boulevardier, Americano — Variationen über das gleiche Thema.
- 4.5 cl Bourbon Whiskey
- 3 cl Campari
- 3 cl roter Wermut
- 3 cl Campari
- 3 cl roter Wermut
- Soda zum Auffüllen
- 9 cl Prosecco
- 6 cl Aperol
- 3 cl Soda
- 5 cl Campari
- 10 cl trockener Weißwein
- Soda zum Auffüllen
- 3 cl Campari
- 3 cl roter Wermut
- 3 cl Prosecco statt Gin
Sour-Family — das Grundmuster jedes guten Cocktails.
Spirit + Sour + Sweet. Verhältnis 60/30/10 oder 4:2:1 — das ist die Universal-Formel. Wer das versteht, baut Cocktails ohne Buch.
- 5 cl Bourbon Whiskey
- 2.5 cl Zitronensaft frisch
- 1.5 cl Zuckersirup (1:1)
- optional ½ Eiweiß (Boston-Sour-Variante)
- 4.5 cl weißer Rum
- 2.5 cl Limettensaft frisch
- 1.5 cl Zuckersirup
- 5 cl Tequila Blanco (100 % Agave)
- 2 cl Cointreau / Triple Sec
- 1.5 cl Limettensaft frisch
- 5 cl Cognac
- 2 cl Cointreau
- 2 cl Zitronensaft frisch
- 4.5 cl Gin (London Dry)
- 1.5 cl Maraschino-Likör
- 1.5 cl Zitronensaft frisch
- 0.5 cl Crème de Violette
- 4 cl Gin
- 3 cl Cointreau
- 2 cl Zitronensaft frisch
- 6 cl Pisco (peruanisch)
- 3 cl Limettensaft frisch
- 2 cl Zuckersirup
- 1 Eiweiß
- 4.5 cl Old Tom Gin
- 3 cl Zitronensaft frisch
- 1.5 cl Zuckersirup
- Soda zum Auffüllen
Spirit-Forward — wo der Brand das letzte Wort hat.
Keine Säure, kaum Süße. Spirituose, Vermouth oder Liqueur, Bitter, Eiskontakt — fertig. Hier zählt jede Zutat.
- 6 cl Bourbon oder Rye
- 1 Zuckerwürfel (oder 0.5 cl Sirup)
- 3 Tropfen Angostura
- Spritzer Wasser (sehr wenig)
- 5 cl Rye oder Bourbon
- 2 cl roter Wermut
- 2 Tropfen Angostura
- 6 cl London Dry Gin
- 1 cl trockener Wermut
- optional: 1 Tropfen Orange-Bitters
- 1 cl Absinth (Glas-Innen-Rinse — Rest wegkippen)
- 6 cl Rye Whiskey
- 1 Zuckerwürfel + 0.5 cl Wasser
- 3-4 Tropfen Peychaud's Bitters
- 6 cl Gin
- 2 cl Wodka
- 1 cl Lillet Blanc (Original-Kina Lillet)
- 3 cl Rye
- 3 cl Cognac
- 3 cl roter Wermut
- 0.75 cl Bénédictine
- 2 Tropfen Peychaud's + 2 Tropfen Angostura
Highball & Long — die schnelle Schicht.
Im Glas gebaut, Filler oben. Hier zählt Geschwindigkeit und Karbonik-Schutz. Die Cocktails, die du im Hochbetrieb in 30 Sekunden hinkriegen musst.
- 5 cl Gin
- 15-20 cl Tonic (frische Flasche!)
- 6-8 Minzblätter (Muddle sanft, nicht zerschneiden)
- 3 cl Limettensaft frisch
- 2 cl Zuckersirup oder weißer Rohrzucker
- 5 cl weißer Rum
- Soda zum Auffüllen
- 4.5 cl Vodka
- 1.5 cl Limettensaft
- 12 cl Ginger Beer
- 12 cl Ginger Beer (zuerst!)
- 6 cl dunkler Rum (Gosling's Black Seal — markenrechtlich!)
- 1 cl Limettensaft
- 5 cl weißer Rum
- 1.5 cl Limettensaft
- 12 cl Cola
- 6-8 Minzblätter
- 1 cl Zuckersirup
- 6 cl Bourbon
- 5 cl Tequila Blanco (100 % Agave)
- 1.5 cl Limettensaft
- 10-12 cl Grapefruit-Soda (Squirt / Jarritos)
- 1.5 cl Vodka
- 1.5 cl Gin
- 1.5 cl Tequila Blanco
- 1.5 cl weißer Rum
- 1.5 cl Triple Sec
- 2.5 cl Zitronensaft
- 1 cl Zuckersirup
- Cola-Schuss zum Auffüllen
Tropical & Tiki — die Inselschule.
Donn Beach und Trader Vic erfanden in den 1930ern eine eigene Cocktail-Welt. Bunt, opulent, oft missverstanden. Hier die Klassiker, die das Genre prägten.
- 3 cl dunkler Rum (Jamaican)
- 3 cl heller Rum (Martinique Rhum Agricole)
- 1.5 cl Orange Curaçao
- 1.5 cl Orgeat (Mandelsirup)
- 2.5 cl Limettensaft frisch
- 5 cl weißer Rum
- 3 cl Kokos-Creme (Coco López)
- 9 cl Ananas-Saft frisch
- 3 cl Gin
- 1.5 cl Cherry Brandy (Cherry Heering)
- 0.75 cl Cointreau
- 0.75 cl Bénédictine
- 3 cl Ananas-Saft
- 1.5 cl Limettensaft
- 1 cl Grenadine
- Tropfen Angostura
- 6 cl weißer Rum
- 1.5 cl Maraschino-Likör
- 1.5 cl Grapefruit-Saft frisch
- 1.5 cl Limettensaft
- 4.5 cl dunkler Rum
- 4.5 cl heller Rum
- 3 cl 151-Proof Demerara Rum
- 2 cl Limettensaft
- 1.5 cl Falernum
- 0.5 cl Grenadine
- 0.5 cl Absinth
- Spur Angostura
- 6 cl dunkler Rum (Pusser's)
- 12 cl Ananas-Saft
- 3 cl Orangensaft
- 3 cl Kokos-Creme
Bubbly & Champagner — die festliche Schicht.
Brunch, Welcome-Drink, Sektempfang. Hier zählt: Kohlensäure schonen, Glas vorkühlen, Topping zuletzt.
- 3 cl Gin (oder Cognac)
- 1.5 cl Zitronensaft
- 1.5 cl Zuckersirup
- 6 cl Champagner (zuletzt)
- 5 cl Pfirsich-Püree frisch (weiße Pfirsiche)
- 10 cl Prosecco DOCG
- 7.5 cl Champagner (eiskalt)
- 7.5 cl Orangensaft frisch gepresst
- 1.5 cl Crème de Cassis
- 13.5 cl Champagner
- 1 Zuckerwürfel
- 3 Tropfen Angostura (auf Zuckerwürfel)
- 1 cl Cognac
- 10 cl Champagner
- 5 cl gold-Rum
- 2 cl Limettensaft
- 2 cl Zuckersirup
- 6 Minzblätter
- 2 Tropfen Angostura
- 6 cl Champagner
Modern Classics — was die letzten 25 Jahre gebracht haben.
Espresso Martini wurde zum Standard. Penicillin entdeckte Smoke. Bramble brachte den Berry-Brunch in die Cocktailwelt. Diese Drinks landen heute in jeder ernstzunehmenden Karte.
- 5 cl Vodka
- 1 frischer Espresso (heiß!)
- 1.5 cl Kaffeeliqueur (Kahlúa)
- 0.5 cl Zuckersirup (optional)
- 6 cl Blended Scotch
- 2.25 cl Zitronensaft
- 2.25 cl Honig-Ingwer-Sirup
- Float: 0.75 cl Islay Single Malt (rauchig — Laphroaig 10)
- 5 cl Gin
- 2.5 cl Zitronensaft
- 1.5 cl Zuckersirup
- 1.5 cl Crème de Mûre (Brombeer-Liqueur) — drizzled von oben
- 5 cl Tequila Blanco (100 % Agave)
- 2.5 cl Limettensaft
- 1.5 cl Agavendicksaft
- 2 cl Mezcal Joven
- 2 cl Aperol
- 2 cl Yellow Chartreuse
- 2 cl Limettensaft
- 6 cl Gin
- 2 cl Zitronensaft
- 2 cl Honig-Sirup (1:1 Honig+heißes Wasser)
- 2.25 cl Bourbon
- 2.25 cl Amaro Nonino
- 2.25 cl Aperol
- 2.25 cl Zitronensaft
- 4 cl Citrus-Vodka
- 1.5 cl Cointreau
- 1.5 cl Cranberry-Saft
- 1.5 cl Limettensaft frisch
Pricing & Kalkulation — wo das Geld hingeht.
Faktor 4-5×. Schwund einkalkulieren. Pour-Test jeden Monat. Die unsexy Realität jeder Bar.
GrundformelCocktail-Preis = Wareneinsatz × Faktor
Der gängige Faktor liegt bei 4-5× — also: ein Cocktail mit 2,50 € Wareneinsatz wird für 10-12,50 € verkauft. Standard-Bar bei 4×, Premium-/Speakeasy bei 5×, Hotelbar gerne bei 6-7×. Wer drunterbleibt, kann die Gewerbemiete + Personal + Schwund + Steuer am Ende des Quartals nicht decken.
BeispielOld Fashioned-Kalkulation
| Zutat | Menge | Listenpreis | Wareneinsatz |
|---|---|---|---|
| Bourbon (Maker's Mark, 0.7 L Flasche ~ 32 €) | 6 cl | 32 € / 70 cl | 2,74 € |
| Angostura Bitters | 3 Tropfen | 15 € / 200 ml | 0,03 € |
| Zuckerwürfel | 1 Stück | 3 € / 500 g | 0,02 € |
| Orangenzeste | 1 Stück | 3 € / kg, 1 Orange ~ 200 g | 0,15 € |
| Eis (großer Würfel) | 1 Stück | — | 0,05 € |
| Summe Wareneinsatz | ~ 3,00 € | ||
| Verkaufspreis × 4 | 12,00 € | ||
| Verkaufspreis × 5 (Premium) | 15,00 € |
SchwundPour-Test monatlich
Hochrechnen, was theoretisch ausgeschenkt wurde (Kassen-Bons × Rezept-cl) vs. was tatsächlich gefehlt hat. Schwund über 4 % heißt: Diebstahl, freies Ausschenken über Rezeptur oder Bruch — alles muss erklärt werden. Pour-Test: 10× hintereinander 5 cl freihändig ausschenken, abmessen. Wer mehr als 5,5 cl gießt, kostet die Bar jeden Drink 10 % zu viel.
„Wir schenken nicht freihändig, wir nutzen Pourer." Pourer geben 2,5–3 cl pro Sekunde — Standardmaß 4 cl = 1,3 Sekunden. Geh mal mit der Stoppuhr durch — du wirst überrascht sein, wer auf 2 Sekunden zählt.
Saisonal-Empfehlung — was wann auf die Karte.
Vier Jahreszeiten, vier Profile. Im Frühling frisch + kräuter-lastig, im Sommer fruchtig + lang, im Herbst Apfel/Birne/Whiskey, im Winter spirit-forward + warm.
FrühlingFebruar - Mai
Frische Kräuter (Basilikum, Estragon, Rosmarin) kommen in Saison. Gin-Cocktails dominieren, Crème de Mûre wieder en vogue. Sour-Family rauf. Karten-Stars: Bramble, Bee's Knees, French 75, Gin Basil Smash, Vesper.
SommerJuni - August
Highball-Saison. Mojito, Moscow Mule, Paloma, Aperol Spritz dominieren die Cards. Eis-Verbrauch verdreifacht sich — Eis-Maker im Vorfeld checken. Karten-Stars: Mojito, Moscow Mule, Paloma, Aperol Spritz, Tom Collins, Hugo, Mediterranean Tonic.
HerbstSeptember - November
Apfel, Birne, Zimt, Bourbon. Whiskey-Sour-Variationen, Old Fashioned mit Maple Syrup. Karten-Stars: Apple Old Fashioned, Bourbon Sour, Penicillin, Boulevardier, Vieux Carré, Sazerac.
WinterDezember - Januar
Spirit-forward, warm, kräuter-bitter. Hot Toddy, Glühwein-Cocktails, Negroni, Manhattan. Christmas-Pop-up möglich (Glüh-Negroni, Mulled-Wine-Spritz). Karten-Stars: Hot Toddy, Manhattan, Sazerac, Vieux Carré, Negroni Sbagliato, Espresso Martini, Eierpunsch.
Eine saisonale Karte = 4 Karten pro Jahr. 8-12 Drinks pro Karte: 4-6 Signature, 4-6 absolute Klassiker (Old Fashioned, Negroni, Margarita, Mojito), die immer da sind. Karten-Wechsel: Frühlingsbeginn (1. März), Sommerbeginn (1. Juni), Herbstbeginn (1. September), Wintereröffnung (1. Dezember).
Zero-Proof-Varianten — wachsendes Segment, gleiche Marge.
Alkoholfreie Cocktails (Mocktails) sind 2024-2026 ein eigenständiges Bar-Segment geworden. Wer keine Karte hat, verliert 8-12 % der Gäste — Schwangere, Sportler, Auto-Fahrer, Sober-Curious.
Wichtig: Mocktail-Marge ist gleich oder höher als beim Original. Zutaten (frische Säfte, Premium-Sirupe, alkoholfreie Spirituosen wie Seedlip / Lyre's) sind teurer als gedacht, der Verkaufspreis aber ähnlich (8-12 €).
Klassiker-Mocktail-PairsDie Standards
| Cocktail | Mocktail-Variante | Schlüssel-Substitut |
|---|---|---|
| Mojito | Virgin Mojito / Cucumber Mojito | Rum raus → mehr Limette + Soda + Gurke |
| Margarita | No-Tequila-Margarita | Tequila → Lyre's Agave Reserva oder verdünnter Apfel-Cider-Essig |
| Espresso Martini | Mockspresso | Vodka raus → Kalter Kaffee + Vanille-Sirup + dicker Eiweiß-Shake |
| Negroni | Bittersweet Symphony | Gin + Vermouth raus → Seedlip Aegean + Wermut-alkoholfrei + 1 cl Rotebeete-Saft für Farbe |
| Whiskey Sour | Maple Sour | Whiskey raus → starker Earl Grey + Maple-Syrup + Eiweiß-Schaum |
| Aperol Spritz | Sanbitter Spritz | Aperol → San Pellegrino Sanbitter (rot, bitter, alkoholfrei) + alkoholfreier Sekt |
EigenesMocktail-Signature
Ein guter Mocktail-Signature-Drink ist ein klares Statement: „Wir nehmen das ernst, nicht Saft mit Schirmchen." Komplexer Sirup (z.B. Earl Grey + Honig + Zitronengras), guter Säure-Träger (Verjus oder Apfel-Cider-Essig statt billigem Sirup), Tonic mit Botanicals, Garnitur sorgfältig.
Mocktails auf die Karte als eigenständige Sektion (nicht als „auch ohne Alkohol möglich"), gleicher Preis-Punkt wie Original-Cocktails. Marketing-Hebel: „Sober October", „Dry January" — Karten-Plakat draußen.
Hausregeln — die Linien, die nicht verhandelbar sind.
Hinter jeder Bar hängen drei Plakate. Wenn nicht — solltest du sie heute aufhängen.
JuSchGWer wann was bekommt
| Alter | Bier & Wein & Sekt | Branntwein / Cocktails | Beleg |
|---|---|---|---|
| Unter 14 | Nein | Nein | § 9 Abs. 1 JuSchG |
| 14-15 | Nur in Begleitung erziehungsberechtigter Person | Nein | § 9 Abs. 2 JuSchG |
| 16-17 | Ja | Nein (Branntwein, Spirituosen, alle alkoholischen Mischgetränke) | § 9 Abs. 1 JuSchG |
| 18+ | Ja | Ja |
Cocktails sind „alkoholische Mischgetränke" — egal welche Basis. Ein Hugo (Hugo-Holunder mit Prosecco) bleibt ab 16 erlaubt (Wein-Basis), ein Aperol Spritz auch — aber ein Long Island Iced Tea oder Daiquiri ist ab 18, weil Branntwein drin ist.
TSEKassen-Pflicht
Seit 2020 muss jede Kasse eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) haben. Bonpflicht nach § 146a AO ab dem ersten Cent — auch der 50-Cent-Bockwurst-Bon muss gedruckt oder digital ausgegeben werden. Wer ohne TSE arbeitet, riskiert 5-stellige Bußgelder bei der nächsten Steuer-Außenprüfung.
SperrzeitBundesländer-VO
Sperrzeit ist Ländersache. Hamburg: 5-6 Uhr (mit Ausnahmen am Wochenende). Berlin: keine generelle Sperrzeit, aber Bezirks-Sondergenehmigung. Bayern: 5-6 Uhr werktags, am Wochenende lockerer. Check die VO deines Bundeslands bevor die Polizei vorbei kommt.
DIN 15905-5Pegel-Pflicht
Maximaler Schalldruckpegel bei öffentlichen Veranstaltungen: 99 dB(A) LAeq über 30 Minuten / 135 dB(A) Peak. Über 99 dB → Crew-Gehörschutz pflichtig + Doku. Pegel-Messgerät hinter der Bar nicht optional — bei Lärm-Anzeige Nachbarschaft ist das dein einziger Schutz.
112 (Rettung/Feuer) vor 110 (Polizei) vor Selbsthilfe. Bei Verdacht auf K.O.-Tropfen (GHB/Ketamin): Seitenlage, Atemwege frei, sofort 112. Niemals warten „bis er wieder fit ist" — bei Atemstillstand sind Minuten entscheidend.
Genug Theorie. Jetzt Schicht.
Frag Max im Sparring nach einem konkreten Cocktail, einem Schicht-Briefing oder einem Lizenz-Check für dein Team.
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